Anthroposophische Kunsttherapien


Die Kunsttherapien Malen, Plastizieren und Sprachgestaltung sind ein zentraler Bestandteil der Anthroposophischen Medizin. Die aktive Auseinandersetzung mit Ton, Holz oder Stein, mit Farbe, Form, Klang und Sprache lässt anders wahrnehmen, hören, sehen und fühlen. Damit eröffnen sich neue schöpferische Wege im Umgang mit der Umwelt und dem eigenen Inneren. Auf dieser Basis können Krankheiten und seelische Probleme oder Lebenskrisen besser bewältigt werden.

Weder für das Malen noch für das Plastizieren mit Ton, Holz oder Stein ist eine bestimmte Begabung erforderlich. Es kommt vielmehr darauf an, das Zusammenspiel von Farben und Formen, des Werkstoffs und verschiedener Figuren, der Stimme und unterschiedlicher Ausdrucksmöglichkeiten zu erleben. Das kann Ventil für bereits Erlebtes sein, aber ebenso auch Katalysator für noch nicht Wahrgenommenes oder Gefühltes, das dann über das künstlerische Tun ins Bewusstsein treten kann.

So können die künstlerischen Therapien einen Prozess der Selbsterkenntnis anregen, Verhaltensweisen und Lebensmuster ans Licht bringen, Hemmungen und Blockaden, die bisher verborgen waren und möglicherweise in Bezug mit einer Krankheit stehen. Im künstlerischen Tun lassen sich eingefahrene Strukturen und Traumata lösen und verwandeln.

Die therapeutische Sprachgestaltung wurde von Marie Steiner entwickelt, gemeinsam mit ihrem Mann, Dr. Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie. In der Sprache drückt sich die ganze Persönlichkeit aus. Jeder Mensch hat seine eigene Stimme, eine individuelle Sprachmelodie und Artikulation. An jedem Wort ist er mit seinem ganzen Sein beteiligt, er verleiht Gedanken und Gefühlen mit Hilfe der Stimme Ausdruck. All das ist Grundlage für Übungen, die mit Sprache und Stimme arbeiten.