Zur Geschichte

Kennen Sie die ausführliche Geschichte des Haus am Stalten?

1902-1939 Gasthaus. 1939-1950 Mietshaus

Annemarie Osswald, 1864 geboren, sparte sich ihr als Modistin in Kandern verdientes Geld, um ihren Traum 1901 zu erfüllen und das Grundstück auf dem Stalten zu erwerben, worauf sie 1902 ein kleines Gasthaus errichtete. Unter den vielen Gästen befand sich auch der berühmte Maler August Macke. 1938 wurde der Stalten zwangsversteigert und Konditor Ernst Berner erwarb das Haus zusammen mit seiner Tante Marie Berner. Nur ein Jahr konnte er das Haus bewirten: Bei Kriegsausbruch 1939 wurde er eingezogen. Das Gasthaus Stalten blieb anschliessend bis 1950 ein Mietshaus. Von 1945 bis 1950 wohnte dort auch der bekannte Internist und Naturarzt Prof. Dr. med. Alfred Brauchle mit seiner Familie. Unter anderem war er auch bekannt durch seine 1948 erschienene Veröffentlichung „Von der Macht des Unbewussten“.

1950-1972 Müttergenesungsheim der Arbeiterwohlfahrt

Von 1950 an wurde das Haus als Müttergenesungsheim von der Arbeiterwohlfahrt geführt. 1974 entsprachen die Einrichtungen des Hauses nicht mehr modernen Erfordernissen. Auch fehlte es an Unterhaltungs-Angeboten und an Verkehrsverbindungen in belebtere Regionen: 1974/75 stand das Haus zum Verkauf an.

Ab 1973 Vorarbeiten für ein Sanatorium

Das Sanatorium Haus am Stalten verdankt seine Entstehung einem grösseren Kreis von Ärzten um Dr. med. Herbert Sieweke; diese Ärzte arbeiteten seit vielen Jahren an einer Erweiterung der Heilkunst nach Gesichtspunkten der anthroposophischen Medizin bei voller Kenntnis der Schulmedizin. Die Zielvorstellungen waren: Eine gemeinnützige Einrichtung zu gründen, bei der Ärzte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nur für die Sache, nicht aber für den Gewinn irgendeines Besitzers arbeiten; ein kleines Haus mit maximal 30-35 Betten zu schaffen, in dem eine persönliche Atmosphäre unter Mitarbeitern und Patienten gewährleistet ist. Weiterhin sollten die Therapien eine Lücke ausfüllen zwischen kostenintensiver Krankenhausbehandlung und den mehr und mehr überlasteten Allgemeinpraxen. Die Möglichkeit zur Ausbildung von jungen Ärzten sollte gegeben sein, sowie die Einbeziehung der Kunst in die allgemeine Atmosphäre des Hauses und in spezielle Therapien.

Die Verwirklichung dieser Ideen ist Dr. med. Jürg Fels zu verdanken, der sich in den Jahren 1973-1976 dafür einsetzte und auch den idealen Ort für das Sanatorium fand.

Herbst 1976: Das Sanatorium für Allgemeinmedizin wird eröffnet

1974 gründete Dr. med. Jürg Fels einen gemeinnützigen Verein, der sich unter anderem um Spender und Darlehensgeber bemühte. Durch günstige Fügungen trafen von Basler Freunden Spenden in Höhe von DM 100 000 sowie grosszügige Darlehen ein; ein Ehepaar vom Niederrhein spendete in Millionenhöhe, so dass im Jahre 1975 der Kaufvertrag mit der Arbeiterwohlfahrt abgeschlossen werden konnte.

Grössere An- und Umbauten waren notwendig: Einzelzimmer mit Nasszellen: Badeabteilung, Massageräume, Musiksaal, Aufenthaltsräume, Gartenanlage mit Liegehalle. Im Herbst 1976 konnte das Sanatorium für Allgemeinmedizin „Haus am Stalten“ unter ärztlicher und wirtschaftlicher Leitung von Dr. med. Jürg Fels die ersten Patienten aufnehmen und durch fast 25 gute und schwierige Jahre hindurch erhalten und ausgebaut werden. Dafür danken wir ihm!

Seither suchten in dieser Insel der Therapie, Ruhe und Kultur etwa 10 000 Menschen Erholung und Gesundung. Das Haus ist voll integrierter Bestandteil des Dorfteiles Endenburg, Patienten belegen Betten der örtlichen Vermieter und frühere Gäste kommen zu einem Ferienaufenthalt wieder nach Steinen-Endenburg. Auch als Arbeitgeber von etwa 32 voll- oder Teilzeitbeschäftigten Mitarbeitern ist das Haus ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor in der Region. Die seit Jahrzehnten stattfindenden Stalten – Konzerte mit bedeutenden Künstlern sind weit über die Grenzen des Ortes bekannt.

Im Herbst 2000 endete die Tätigkeit von Dr. med. Jürg Fels aus Altersgründen.

Jahr 2000 bis 2017: Weiterhin Rehaklinik für Allgemeinmedizin

Bedingt auch durch den Generationenwechsel trat das fast Unvermeidliche ein: Das Haus musste geschlossen werden und geriet in wirtschaftliche Schieflage. Ein aktiver Vorstand überbrückte diese Phase: Herbert Greif aus Freiburg, in der Waldorfschul-Bewegung gut bekannt; Ernst Harmening aus Filderstadt, ehemals Geschäftsführer der Filderklinik und Irene Runge aus Meerbusch, langjährige Förderin des Hauses am Stalten. Der Träger- und Förderverein des Stalten stimmte Statuten-Änderungen zu: Heute wählt ein Beirat den Vorstand; die Mitwirkung der Mitarbeiter ist über die Sanatoriums-Konferenz gesichert; medizinische und wirtschaftlich-betriebliche Verantwortungen sind vertieft unterschieden.

Von August 2001 bis Juni 2011 war Dr. Heribert Wutte ärztlicher Leiter unseres Hauses.

Für die betrieblichen Fragen ist der/die jeweilige Geschäftsführer/in zusammen mit der Sanatoriums-Konferenz zuständig.

Diese und zahlreiche weitere Klärungen zur Zukunft des Hauses am Stalten förderte der damalige Vorstand (2002-2007): Dr. jur. Franz Felix Züsli-Zacher, Dr. phil. Katharina Mauser-Goller, Hans Hartmann.

Ohne den unermüdlichen, massgeblichen Einsatz aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wäre das Wiederaufleben unseres Hauses am Stalten kaum möglich gewesen: Wir danken ihnen allen.

Ab Mitte September 2007 übernahm ein neuer Vorstand diese Aufgaben: Dr. phil. Katharina Mauser-Goller, Werksiedlung St.Christoph in Kandern, Ulrich Hauck, ehemals tätig als Wirtschaftsingenieur in der Industrie und Otto Kleiner, Dipl. Betriebswirt.

2010-2014 verstärkte Günter Garbe (ehemaliger Geschäftsführer) den Vorstand.

2011 verließ Frau Dr. Mauser-Goller, nach 9-jähriger Tätigkeit den Vorstand, sie wird unser Haus weiterhin im Beirat begleiten.

Ein weiterer Generationenwechsel erfolgte im Herbst 2011 mit dem Ärzteteam Dr. Reiner Penter und Dr. Ludger Simon, die sich die Klinikleitung kollegial teilten.

Nach ihrem Ausscheiden, im Juni 2014, übernahm Frau Dr. von Boch die ärztliche Leitung. Mit diesem Wechsel erfolgte auch eine verstärkte Ausrichtung hin zur Psychosomatik.

Seit 2017 bis heute: Das Haus am Stalten wird eine Fachklinik für Anthroposophische Medizin

Im Sommer 2017 verlor das Haus am Stalten – aus gesetzlichen Gründen – die Möglichkeit, Kuren über die gesetzlichen Krankenkassen abzurechnen. Damit war endgültig klar, dass ein Fortbestehen der Einrichtung nur mit einem neuen Konzept zu ermöglichen sei. Mit Dr. Christian Büttner konnte ein Anthroposophischer Facharzt gefunden werden, der langjährige Erfahrung als Kassenarzt einbrachte und der zusätzlich eine erfolgreiche private Praxisklinik in Nordhessen aufgebaut hat. Zusammen mit dem Geschäftsführer Raimund Cimander wird zur Zeit intensiv an einem Konzept für die neue wegweisende Zukunft des Haus am Stalten gearbeitet. Auf diesem neuen Wege sind schon einige sehr wesentliche Schritte umgesetzt worden, denen weitere folgen werden. Die Unterstützung von allen Mitarbeitern und die Hilfe von vielen Menschen, die dem Haus am Stalten wohlgesonnen sind, ist erforderlich, um die anstehende Herkulesaufgabe bewältigen zu können.

Träger- und Förderverein für unser Haus am Stalten: Gegenwart und Zukunft

Das Haus am Stalten wird rechtlich und zum Teil finanziell getragen von den etwa 300 Mitgliedern des Fördervereines: ihre ideelle und finanzielle Hilfe in Form von Mitgliederbeiträgen, Spenden, Darlehen und Erbschaften ist beachtlich. Zahlreiche dringende Projekte warten auf Verwirklichung. Möchten Sie, liebe Leserin, lieber Leser, mehr über die Aufgaben dieses Fördervereines erfahren? Vermehrt dadurch auch über das Leben und die Kulturprogramme des Hauses informiert werden? Auskunft dazu erteilen Ihnen gerne die Ärzte, die Geschäftsleitung und die Mitarbeiterinnen an der Rezeption des Hauses und selbstverständlich alle Vorstandsmitglieder und die Vorsitzende des Beirates. Für Ihr Interesse danken Ihnen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Hauses am Stalten!

Der ehrenamtliche Vorstand besteht aus drei Vorstandsmitgliedern :

Kornelia Kronenberg, Gabriele Schaal, Ulrich Hauck

HAUS AM STALTEN; Staltenweg 25, 79585 Steinen-Endenburg,  Tel. 07629-9109 – 0 / Fax  – 29

Konto Verein D: Sparkasse Lörrach-Rheinfelden – BLZ 683 500 48  –  Konto-Nr. 106 238 9

Konto CH: Freie Gemeinschaftsbank BCL, Haus am Stalten Konto 52 520.0

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